BILDUNGSANGEBOT ZUM SPATZ

Unser Bildungsangebot zum Spatz

Der Haussperling, besser als "Spatz" bekannt, eignet sich hervorragend, um Kinder mit der heimischen Natur vertraut zu machen. Kinder mögen Spatzen und obwohl er in einigen Städten und Regionen noch häufig vorkommt, ist sein Bestand gefährdet, in manchen Städten gibt es kaum noch Spatzen.
Die Deutsche Wildtier Stiftung bietet zahlreiche Materialien an, um Sie zu unterstützen, den Spatz ins Klassenzimmer einfliegen zu lassen:



Naturbildungsmappe "Die Spatzen pfeifen’s von den Dächern!"

In unserer Naturbildungsmappe finden Pädagoginnen und Pädagogen weiterführende Inhalte, Kopiervorlagen, Spiel- und Bastelideen und vorgefertigte Unterrichtsblätter. Die Materialien wurden für die Naturbildung in Grundschulen konzipiert und können fächerübergreifend im Sach-, Deutsch-, Musik-, Sport- und Kunstunterricht sowie in Projektwochen eingesetzt werden. Viele Materialien und Tipps zum Unterricht können aber auch abgewandelt gut in Vorschulen, in Kindergärten und -tagesstätten sowie in den unteren Klassen der weiterführenden Schulen verwendet werden.

Hier können Sie die Mappe kostenlos als PDF herunterladen.



Janosch-Spatzenkiste

Diese Vogelerlebniskiste kann deutschlandweit von Kitas und Grundschulen für sechs Wochen ausgeliehen werden. Neben Wissenswertes zum Spatz, Ideen für Unterrichtsaktionen, Spielen und Kopiervorlagen, sowie echten Vogeleiern, Knochen und Federn, bietet die Janosch-Spatzenkiste viele praktische Anregungen, wie man gemeinsam mit den Kindern den Vögeln helfen kann. Durch das Aufhängen von Nisthilfen und die insekten- und vogelfreundliche Gestaltung ihres Außengeländes kann aktiver Artenschutz betrieben werden. Indem sich die Kinder spielend mit dem Spatz und anderen Vögeln beschäftigen, lernen sie die ökologischen Zusammenhänge kennen.

Wie Sie die Janosch-Spatzenkiste bestellen können und alles weitere Wissenswerte zur Kiste erfahren Sie hier.



Ideal für Homeschooling: Der Spatzenforscher-Workshop

Die "Berliner Spatzenretter" haben einen siebentägigen Workshop entwickelt, den Sie hier in zwei Teilen gratis downloaden können. Der erste Teil besteht aus einem Infobereich, in dem Kindern mit Hilfe von Bildern, Videos und hilfreichen Links die Haussperlinge näher gebracht werden. Der zweite Teil besteht aus praktischen Übungen für jeden Tag. Diese Aufgaben und Übungen können die Kinder überall angehen - Zuhause, am Fenster oder auf dem Balkon und natürlich auf der Straße.

TEIL 1: INFOBEREICH DOWNLOAD (PDF)

TEIL 2: Übungen DOWNLOAD (PDF)



Spatzenreihenhaus

Kinder finden es toll, sich für Tiere zu engagieren. Wenn in Ihrer Region Spatzen leben, können Sie eine Nisthilfe anbringen. Das sogenannte Spatzenreihenhaus können Sie mit den Schülerinnen und Schülern im Werkunterricht selbst bauen oder eine Geldsammlung im Rahmen einer Projektwoche ergibt die Möglichkeit, ein fertiges Spatzenreihenhaus zu erwerben.

Eine fertige Nisthilfe sowie einen Bausatz können Sie im Shop der Deutschen Wildtier Stiftung bestellen.



In Hamburg

Unter dem Projekttitel "Der Spatz braucht Deine Hilfe!" möchten wir Hamburger Schüler für den Spatz und die heimische Vogelwelt begeistern. Denn die Hamburger Spatzen pfeifen längst nicht mehr von allen Dächern. Dank der Förderung durch die BürgerStiftung Hamburg können wir pro Schuljahr jeweils sechs Grundschulen in Hamburg dieses kostenlose Naturbildungsangebot ermöglichen. Es handelt sich um ein umfassendes ganzjähriges naturpädagogisch betreutes Projekt. Der Fokus liegt auf der vogelfreundlichen Gestaltung des Schulgeländes, dem Basteln und Aufhängen einer Nisthilfe und den damit verbundenen Naturerfahrungen für die Schülerinnen und Schüler. Die Kinder begleiten ein Jahr ihre Spatzen.

Alles Weitere erfahren Sie hier.



In Berlin

In Berlin geht es dem Haussperling noch gut. Er profitiert hier von der Strukturvielfalt auf engstem Raum: Hecken als Versammlungsplätze, Parkanlagen und Cafés als Nahrungsgebiete und oft eine marode Gebäudesubstanz mit vielen Nischen und Überhängen, in denen er geschützt ein Nest bauen kann. Damit Berlin die "Hauptstadt der Spatzen" bleibt, sollte bei der notwendigen Gebäudesanierung auch auf den Erhalt von Nistplätzen geachtet werden. Da in Berlin viele Grundschulen auf dem Sanierungsprogramm stehen, setzen wir mit dem Projekt "Berliner Spatzenretter" genau dort an. Pädagogische Fachkräfte und ihre Schülerinnen und Schüler der am Projekt teilnehmenden Grundschulen werden zu Spatzenpaten ausgebildet. Schulen können zu "Spatzenretter-Schulen" werden und eine entsprechende Plakette erhalten. Unsere Janosch-Spatzenkiste wird für den Unterricht vier Wochen lang kostenlos zur Verfügung gestellt. In Workshops werden die Pädagoginnen und Pädagogen zum Thema Spatz geschult und vorgefertigte Lehr- und Lernmaterialen, Spiele und Forschungsaufgaben zum Spatz vorgestellt. Schüler beobachten ihre Spatzen auf dem Schulgelände, begleiten die Sanierung ihrer Schule und nehmen so ihre Umwelt bewusster wahr. Sie lernen nicht nur etwas über die Lebensweise der Vögel in der Großstadt, sondern sie sind auch gefordert, selbst Verantwortung zu übernehmen und aktiv zu werden, um das Überleben ihrer Spatzenpopulation zu sichern.

Weitere Informationen finden Sie hier.

In einem kurzen Video wird das Projekt vorgestellt.



Ökologischer Hintergrund

Dem Spatz fehlen Nahrung und Nistmöglichkeiten – vor allem in der Stadt. Denn die modernen Entwicklungen im Siedlungsbereich machen ihm das Leben schwer. Neue und sanierte Gebäude mit glatten Fassaden bieten keine Nischen, die als Brutplatz dienen können. Als weitere Ursache für seinen Bestandsrückgang gilt jedoch der Mangel an Insekten als notwendige Nahrung für die Jungen. Naturnahe, "verwilderte" Grünflächen und einheimische Vegetation werden immer weniger. Exotische Pflanzen und artenarmes Einheitsgrün sind für Spatzen jedoch nutzlos, denn sie bieten keine Nahrung für heimische Insekten. Zusätzlich lässt der Einsatz von Pestiziden die Insektennahrung knapp werden.
Die aktuelle 4. Rote Liste der gefährdeten Brutvögel Hamburgs zeigt die Dringlichkeit. Mit großem Abstand hat der Haussperling, der bis in die 1980er Jahre noch die mit Abstand häufigste Brutvogelart in der Stadt war, am meisten Brutpaare verloren. Von 29.000 Brutpaaren zur Zeit der 3. Fassung der Roten Liste Mitte der 2000er Jahre sind noch maximal 16.000 Brutpaare übrig geblieben. Seit der ersten Atlaskartierung Ende der 1990er Jahre hat die Art sogar mehr als 50 Prozent ihres Bestandes verloren. Als erste deutsche Großstadt hat Hamburg den Haussperling nun auf die Stufe der gefährdeten Vogelarten gesetzt.

Viele weitere Fakten über den Spatz finden Sie hier.


Spatzenkiste