Forscher-Tipp 

Vögel richtig beobachten

Du möchtest einheimische Vögel kennenlernen und sie schnell mit Hilfe eines Fernglases erkennen können.

Die Beobachtung von Vögeln ist für Naturforscher eine Grundvoraussetzung, um die ökologische Qualität einer Region einzuschätzen. Das wichtigste Hilfsmittel hierfür ist ein Fernglas, am besten eines mit einer Leistung von 8 x 30 oder 10 x 40, wobei die erste Zahl für den Vergrößerungsfaktor steht und die zweite Zahl für den Durchmesser der Austrittslinse und damit die Lichtstärke. Je größer der Durchmesser, desto klarer wird das Bild auch bei schlechten Sichtverhältnissen sein; etwa am frühen Morgen, wenn die meisten Vögel besonders aktiv sind.

Wenn Du nun einen Vogel im Gebüsch zwitschern hörst, dann solltest Du NICHT mit dem Fernglas nach ihm suchen! Das wird meist eine frustrierende Wackelei ohne Ergebnis. Stattdessen solltest Du den Vogel immer erst mit dem freien Auge finden und fixieren. Dann brauchst Du nur das Fernglas auf die gedachte Linie zwischen Deine Augen und den Vogel zu bringen und schon hast das Tier formatfüllend im Fernglas.

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Vogelstimmen erkennen

Du möchtest Vögel an ihren Gesängen bestimmen.

Du brauchst
  • Internetverbindung
  • Smartphone
  • Vogelbestimmungsbuch
  • Bibliotheksausweis

So geht’s
  • Vogelstimmen lernt man am besten auf Exkursionen kennen, wenn die Experten einem sofort sagen können, was da gerade zwitschert.
  • Es geht aber auch ohne Experten. Die meisten Vogelstimmen lassen sich gut per CD oder im Internet anhören. Praktisch sind auch Apps, mit deren Hilfe Du die Vogelstimmen per Smartphone abrufen und draußen mit der Wirklichkeit vergleichen kannst. Aber Achtung: Manchmal lockt das die Originalvögel an, die dann verwirrt reagieren. Bitte die Vögel nicht ärgern!
  • Eine weitere Hightech-Hilfe für das Lernen von Vogelstimmen sind "Ting-Stifte", die per USB-Verbindung aus dem Internet mit Sound-Dateien aufgeladen werden, die zu vielen Bestimmungsbüchern passen und über einen Code abgerufen werden. So hast Du zu jedem Bild die passende Vogelstimme parat.
  • Wesentlich altmodischer aber durchaus einprägsam sind Eselsbrücken und lautmalerische Hilfen. Eine Kohlmeise singt "Cityfein, Cityfein, Cityfein" oder "zi-zi-bä-bä, zi-zi-bä-bä", die Singdrossel "du Kuhdieb, du Kuhdieb" oder "di-dü-wit, di-dü-wit" und der Buchfink: "Bin, bin, bin ich nicht eine schöner Gardeoffizier" oder "zi-zi-zizizizizi-würzgebier", erklärend wird dann etwa hinzugefügt: "...oft mit einem nach oben gezogenen Endschnörkel". Solche schönen und hilfreichen Beschreibungen lassen sich eher in älteren Vogelbüchern finden, weswegen ein Abstecher in die Stadtbücherei lohnend sein kann.

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Herbarium anlegen

Du willst Baumblätter und Wildpflanzen trocknen und konservieren, um einen Überblick über die Artenvielfalt in Deiner Region zu bekommen und Pflanzen systematisch bestimmen zu können.

Du brauchst
  • Notizbuch + Bestimmungsbücher für Wildblumen und Bäume
  • Plastikbeutel + Gartenschere
  • Pflanzenpresse, bestehend aus zwei Sperrholzplatten, etwa 25 x 35 cm (mindestens 5 mm stark), die mit Flügelschrauben, Spanngurten oder Spanngummis zusammengepresst werden können.
  • Dazu passende Bögen Wellpappe und Zeitungspapier, bzw. Küchenkrepp.
  • Starke, einfarbige (nicht weiße) Papierbögen DIN A4 und Klebestreifen, Nadel und Bindfaden
  • Prospekthüllen + Ordner DIN A4
  • Klebeetiketten

So geht’s
  • Bevor Du einen Zweig oder Stengel mit Blättern und Blüten abschneidest, solltest Du die Art (z.B. Traubeneiche) oder die Gattung (z.B. Eiche) bestimmen. Pflanzen in Naturschutzgebieten und geschützte Pflanzen sind tabu. Generell gilt die "1 zu 20"-Regel: Vor der Entnahme solltest Du sicher sein, dass mindestens 20 Exemplare derselben Art in der Umgebung wachsen. Schließlich willst Du ja nicht die Natur schädigen.
  • Die Pflanzen oder Pflanzenteile lassen sich am besten im Plastikbeutel mit etwas Luft und Feuchtigkeit sammeln. So vermeidest Du Beschädigungen.
  • Zum Pressen wird eine Pflanze, ein Blatt oder ein Zweig mit Blättern naturgetreu auf Küchenkrepp ausgebreitet und zwischen Wellpappen in die Pflanzenpresse gelegt. Dazu werden die Platten mit den Pflanzen dazwischen aufeinander gepresst. Der Vorgang entzieht den Pflanzen Feuchtigkeit und macht sie haltbar. Das Trocknen dauert etwa 3 bis 5 Tage. Nach dem ersten Tag sollte das Küchenkrepp einmal gewechselt und zwischendurch die Presse nachgespannt werden.
  • Nachdem die Pflanzen getrocknet sind, können sie vorsichtig auf die Papierbögen gelegt und dort mit gummiertem Klebeband befestigt werden. Zweige und Stengel sollten mit Nadel und Faden an die Bögen genäht werden.
  • Auf Etikettaufklebern kannst Du Art, Fundort, Sammeldatum u.a. vermerken. Die Bögen mit den etikettierten Pflanzen kannst Du in Prospekthüllen schieben und in einem Ordner sammeln

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Spuren sichern

Du willst die Fußabdrücke von Wildtieren richtig identifizieren und zum späteren Vergleich aufbewahren.

Du brauchst
  • Pappkarton, Schere, Büroklammern
  • Gummischale oder Plastikbecher zum Anrühren
  • Flasche mit Leitungswasser
  • Gips
  • Holzlöffel
  • Vaseline
  • Pinsel
  • Plastiktüten und Zeitungspapier, Messer

So geht’s
  • Am ehesten findest Du Pfoten- und Hufabdrücke von Wildtieren an den Rändern von Wald- und Feldwegen. Mit einem Pinsel befreist Du einen besonders deutlichen Abdruck von Pflanzenteilen und lockerem Material.
  • Schneide einen etwa 3 bis 5 cm breiten Streifen aus Pappe, biege ihn zu einem Ring und schließe die beiden überlappenden Enden mit zwei Büroklammern zusammen. Rühre nun den Gips in der Gummischale entsprechend der Gebrauchsanleitung an und presse den Pappring über der Fährte vorsichtig in den Boden. Jetzt kannst Du den angerührten Gipsbrei langsam in den Ring gießen und warten, bis er hart geworden ist.
  • Nach etwa 10 bis 20 Minuten ist die Masse halbwegs gehärtet, so dass Du den Pappring mit dem Abdruck vorsichtig abheben kannst. Achtung: Noch ist der Abdruck sehr zerbrechlich. Zum Transport gut in Zeitungspapier einwickeln und daheim nochmal einige Stunden durchhärten lassen - so lange, bis sich der Abdruck nicht mehr feucht und kalt anfühlt. Jetzt kann der Abdruck mit einer Bürste gereinigt werden.
  • Der Abdruck ist eine Negativform, das heißt, um eine originalgetreue (positive) Kopie einer Tierspur zu bekommen, musst Du die Negativform mit Vaseline einschmieren; dann einen Pappring drumrum legen und erneut Gips hineingießen. Nach dem Aushärten, kannst Du Positiv- und Negativ-Abdruck mit einem Messer vorsichtig voneinander trennen.

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Insekten erforschen

Du willst Dir einen Überblick über Insekten- und Spinnenarten verschaffen und dabei mehr über ihr Verhalten lernen.

Du brauchst
  • Insektenkescher (aus Fach- und Spielzeughandel, kann auch selbst gebaut werden)
  • Insektenbestimmungsbuch
  • Pflanzenbestimmungsbuch
  • Notizbuch
  • Weißes Bettlaken
  • Becherlupe
  • Fotohandy oder Digitalkamera mit Makrofunktion

So geht’s
  • Suche dir im Frühjahr und Sommer eine blütenreiche Wiese oder einen Ackerrandstreifen. Der Kescher sollte so solide gebaut sein, dass Du ihn mit raschen, ausladenden Bewegungen halbkreisförmig über die Pflanzen schwingen kannst.
  • Besonders ergiebige Insektenfundorte sind Doldenblütler wie Kümmel, Wilde Möhre und Wiesen-Bärenklau (Achtung: Der Riesenbärenklau ist bei Berührung giftig). Notiere genau, an welchen Pflanzenarten Du welche Insekten einfängst.
  • Manche Insekten, die sich in Büschen und Bäumen verstecken, lassen sich einfangen, indem Du mit dem Kescher von unten gegen die Äste klopfst, so dass Käfer, Wanzen, Ameisen und Raupen ins Netz plumpsen.
  • Sobald einige Insekten im Netz sind, solltest Du den Kescher mit der Öffnung nach unten halten, damit nichts entweichen kann. Auf einem vorbereiteten, auf die Hälfte gefalteten weißen Bettlacken (kein Spannbettlaken) kannst Du die Insekten wieder freilassen.
  • Auf dem Laken lässt sich jetzt das Flucht- und Orientierungsverhalten beobachten; z.B. ob die Tiere sofort wieder in Richtung Fangplatz streben. Bei Heuschrecken lässt sich die Sprungweite messen. Einzelne Tiere kannst Du mit dem Unterteil der Becherlupe fangen, und sie Dir vergrößert genauer ansehen.
  • Die Tiere bitte an Ort und Stelle wieder freilassen und nicht mit heimnehmen. Oft ist eine genaue Identifizierung an Ort und Stelle schwierig; versuche deswegen, einige Insekten mit der Makrofunktion der Digital- bzw. Handykamera zu fotografieren, um den Fund später mit Hilfe des Bestimmungsbuchs genau zu benennen. Für die spätere Auswertung ist es hilfreich, wenn Du auch die Pflanzen des Fundortes benennen kannst.

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